Unterschiede der Stecker und Steckdosen in Deutschland und der Schweiz

Unterschiede der Stecker und Steckdosen in Deutschland und der Schweiz

Sowohl Netzspannung (230 V) als auch Frequenz (50 Hz) sind in Deutschland und der Schweiz identisch. Die gute Nachricht: Elektrische Geräte aus dem einen Land lassen sich deshalb problemlos im anderen nutzen – ganz ohne Transformator. Die nicht ganz so gute Nachricht: In einigen Fällen ist ein Adapter für den Stecker notwendig. Das gilt aber beispielsweise in der Regel nicht für Lampen und Leuchten.

Schauen wir uns das einmal etwas genauer an. In der Schweiz ist der Stecker mit der Bezeichnung „J“ üblich, der drei Kontaktstifte hat. Der passt in dieser Form in keine deutsche Steckdose.

In Deutschland wiederum sind zwei Steckerarten in je zwei Varianten üblich: 

1. Der runde Stecker F mit Schutzkontakt („Schuko-Stecker“). Schon durch seine Form passt er nicht in die versenkten Steckdosen in der Schweiz. Darüber hinaus sind die Kontaktstifte zu dick.

2. Ihn gibt es außerdem als Variante „E+F“, „Hybrid-Stecker“ genannt. Er sieht dem F-Stecker zum Verwechseln ähnlich, passt aber zugleich in E-Steckdosen, wie man sie beispielsweise in Frankreich findet. Für die Schweiz ändert das nichts: Er passt ebenfalls nicht.

3. Dritter im Bunde ist der länglich-ovale Stecker C („Eurostecker“). Er verdankt seinen Spitznamen der Tatsache, dass er in den meisten europäischen Ländern passt – auch in der Schweiz. Er findet sich an Geräten mit geringer Leistung wie Radios, Kleingeräten oder eben Leuchten. Lampen werden Sie deshalb problemlos in der Schweiz anschließen können, selbst wenn sie standardmäßig mit einem „C“-Stecker kommen.

4. Zu guter Letzt gibt es den „Konturenstecker“: Er ist eine runde C-Variante und passt ebenfalls nicht in Schweizer Steckdosen – wie beim Schuko- und Hybrid-Stecker verhindern das die Form und die Dicke der Kontaktstifte. Er findet sich an Geräten wie Haartrocknern, Bohrmaschinen oder Staubsaugern.

Stromstecker in der Schweiz und Deutschland
Links der Schweizer Stecker mit drei Kontaktstiften. In der Mitte der runde Stecker vom Typ E+F, der in der Schweiz nicht ohne Adapter nutzbar ist. Rechts der „Eurostecker“, der auch in der Schweiz in die Steckdose passt.

Hier noch einmal auf einen Blick für Kunden aus der Schweiz:

  • Eurostecker (Stecker C): länglich-oval = passt auch in Schweizer Steckdosen
  • Schuko-Stecker F, Hybrid-Stecker E+F, Konturstecker-Variante des C-Steckers: rund, Kontaktstifte zu groß = passt nicht in Schweizer Steckdosen

Oder auf den Punkt gebracht: Hat das Gerät einen länglich-ovalen Stecker, ist alles gut. Hat es einen runden Stecker, werden Sie auf jeden Fall einen Adapter benötigen.

Warum eigentlich dieses Durcheinander?

Jetzt könnte man sich fragen, warum wir eigentlich mit so einem Sammelsurium unterschiedlichster Steckerformen konfrontiert werden. Weltweit gibt es derzeit rund 20 Steckerdesigns! Leider haben unsere Vorfahren keinen triftigen Grund dafür gesehen, dieses wichtige Bauteil weltweit zu standardisieren. Es war eben nicht so üblich wie heute, Elektrogeräte aus anderen Ländern zu beziehen oder sogar mit ihnen auf Reisen zu gehen. Als der Bedarf größer wurde, hatten sich bereits unterschiedliche Systeme etabliert. Versuche, das zumindest europaweit zu harmonisieren, sind bislang gescheitert.