IP-Schutzarten erklärt: Worauf Sie beim Kauf achten sollten

IP-Schutzarten erklärt: Worauf Sie beim Kauf achten sollten

Wenn Sie sich nach Außenleuchten umschauen, werden Sie auf die IP-Schutzarten treffen wie beispielsweise den Hinweis „IP44“. Diese Ziffernkombination beschreibt kurz gesagt, wie gut die Lampe gegen Wetter, Nässe und andere Widrigkeiten geschützt ist. Denn wie Sie wissen: Elektrizität und Feuchtigkeit sind keine Freunde. Staub und Schmutz können einer Leuchte ebenfalls zusetzen.

Es ist so gesehen nützlich, die Schutzarten zu verstehen, damit Sie die richtige Lampe für den geplanten Einsatz kaufen. Schließlich soll eine Gartenleuchte idealerweise mit jeder Witterung zurechtkommen und in allen Jahreszeiten und Wetterlagen ihren Dienst verrichten.

Was die IP-Zahlen bedeuten

Das Kürzel IP steht dabei offiziell für „International Protection“, wird bisweilen aber im englischen Sprachraum auch als „Ingress Protection“ (Eindringschutz) erklärt – was nur ein Teil der Wahrheit ist. 

Entscheidend für Sie ist, dass sich dahinter Normen verbergen, durch die das Prüfverfahren standardisiert ist. Sie können sich also darauf verlassen, dass die IP-Schutzarten miteinander vergleichbar sind und Produkte mit derselben IP-Schutzart dieselben Tests bestehen mussten.

Die Zahl, die mit der IP-Schutzart angegeben wird, ist in Wirklichkeit eine Kombination aus zwei Ziffern. Wenn Sie IP54 sehen, ist es also eigentlich Schutzart „fünf vier“ und nicht etwa „vierundfünfzig“. 

Das klingt vielleicht wie Haarspalterei, ist aber durchaus wichtig: Die beiden Ziffern stehen für unterschiedliche Eigenschaften. Konkret gesprochen gibt die erste Ziffer zwischen 0 und 6 an, wie gut der jeweilige Gegenstand gegen Fremdkörper und unsachgemäße Berührung geschützt ist. Die zweite Ziffer zwischen 0 und 9 gibt den Schutz gegen Wasser an. 

Glücklicherweise ist das System in einer Hinsicht sehr logisch aufgebaut: Je höher die Ziffer, desto widerstandsfähiger der Gegenstand. Muss oder soll eine der beiden Ziffern nicht angegeben werden, wird sie übrigens durch den Buchstaben X ersetzt (Beispiel IP4X oder IPX5).

Wo Sie eine Leuchte montieren, beeinflusst ganz grundlegend, wie widerstandsfähig das Modell sein sollte.

Konkrete Bedeutung der IP-Schutzarten

Schauen wir uns einmal an, was die Werte meinen. Die Liste ist nicht vollständig, gibt Ihnen aber einen Eindruck.

Schutz gegen Fremdkörper, erste Ziffer:

  • 0: kein Schutz
  • 1: Geschützt vor großen festen Fremdkörpern (Durchmesser ≥ 50 mm)
  • 2: Geschützt vor mittelgroßen festen Fremdkörpern (Durchmesser ≥ 12 mm)
  • 3: Geschützt vor kleinen festen Fremdkörpern (Durchmesser ≥ 2,5 mm)
  • 4: Geschützt vor kornförmigen festen Fremdkörpern (Durchmesser ≥ 1 mm)
  • 5: Geschützt vor Staub in schädigender Menge (staubgeschützt)
  • 6: Vollständiger Schutz vor Staubeintritt (staubdicht)

Schutz gegen Wasser, zweite Ziffer:

  • 0: kein Schutz
  • 1: Geschützt vor senkrecht fallendem Tropfwasser
  • 2: Geschützt vor schräg (bis 15°) fallendem Tropfwasser
  • 3: Geschützt vor Sprühwasser bis 60° gegen die Senkrechte
  • 4: Geschützt vor allseitigem Spritzwasser
  • 5: Geschützt vor Strahlwasser (Düse) aus beliebigem Winkel
  • 6: Geschützt vor starkem Strahlwasser
  • 7: Geschützt vor zeitweiligem Untertauchen
  • 8: Geschützt vor andauerndem Untertauchen
  • 9: Geschützt vor Wasser bei Hochdruck-/Dampfstrahlreinigung in der Landwirtschaft

Diese IP-Schutzarten sind längst nicht alle relevant, wenn es um Außenleuchten geht. Schließlich ist dieses System für diverse Maschinen und Geräte gedacht. Deshalb werden sie nur einige ausgewählte Schutzarten vorfinden, wenn Sie beispielsweise nach einer Lampe für den Garten oder einem Strahler für den Eingangsbereich suchen.

Hinweis: Bisweilen werden die Begriffe „Schutzart“ und „Schutzklasse“ durcheinander gebracht oder gar als Synonyme verwendet. Die Wikipedia erklärt:

„Während die Schutzart den Schutz aktiver Teile gegen Berührung, Eindringen von Fremdkörpern und Wasser sowie die Stoßfestigkeit definieren (sog. Gehäuseschutz), beschreibt die Schutzklasse Maßnahmen gegen gefährliche Spannungen an berührbaren, betriebsmäßig nicht unter Spannung stehenden leitfähigen Teilen von Betriebsmitteln.“

Welche Schutzarten brauchen Außenleuchten?

Welche Schutzarten sind nun für Ihre Außenleuchten relevant? Das kommt ganz auf den geplanten Einsatzort an. In vielen Fällen reicht eine niedrigere Schutzart aus als man zunächst denken könnte.

Wenn Sie eine Lampe unter einem Vordach oder Balkon montieren möchten, wird beispielsweise IP23 ausreichen. Denn die Überdachung sorgt bereits dafür, dass die Leuchte keinem direkten Spritzwasser ausgesetzt ist.

Anders ist die Lage bei Wandmontage, denn hier soll die Lampe natürlich auch Regenschauer überstehen. Hier ist IP44 empfehlenswert. Damit ist die Leuchte nicht nur gegen Spritzwasser geschützt, sondern auch gegen Eindringlinge wie Spinnen oder Insekten.

Die Wegbeleuchtung im Garten muss noch einmal mehr aushalten, schließlich ist sie direkt Wind und Wetter ausgesetzt – ohne Dach oder Wand. Hier sollte mindestens IP65 zum Einsatz kommen. 

Werden die Lampen zur Beleuchtung von Springbrunnen oder Gartenteichen genutzt, sollten sie IP67 aufweisen, um gegen zeitweiliges Untertauchen geschützt zu sein. Wollen Sie sie unter Wasser installieren, brauchen Sie IP68.

Fazit

Wie Sie sehen, steht hinter den IP-Schutzarten ein durchaus logisches und nachvollziehbares System. Damit sehen Sie auf einen Blick für welchen Einsatzzweck welche Leuchte geeignet ist. Überlegen Sie also zuerst, wo Sie die Leuchte installieren möchten und wie widerstandsfähig sie tatsächlich sein muss.

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