Farbtemperatur in Kelvin: Welcher Raum braucht welchen Wert?

Farbtemperatur in Kelvin: Welcher Raum braucht welchen Wert?

Wenn der eine Raum warm und gemütlich wirkt und der andere kalt und sachlich, dann hat das oftmals auch mit der Farbtemperatur der Lichtquellen zu tun. Die entscheidet dabei ganz wesentlich mit, welches Licht sich für welchen Raum eignet. Denn während es am Abend im Wohnzimmer entspannend sein darf, will man sich in der Küche bei der Zubereitung der Speisen konzentrieren können. Neben der Stärke des Lichtstroms (gemessen in Lumen) ist dies ein weiterer wichtiger Faktor für die Lichtplanung.

Gemessen wird die Farbtemperatur in Kelvin (K). Die Definition dieser Zahl ist recht abstrakt. Wichtig zu wissen ist vor allem: Niedrigere Werte stehen für rötlicheres Licht, höhere Werte für bläulicheres Licht. Einige Beispiele:

  • Kerze: 1500 K
  • klassische Glühlampe (60 Watt): 2700 K
  • Operationssaalbeleuchtung: 3600 K
  • Mondlicht: 4120 K
  • Bedeckter Himmel: 6500 bis 7500 K

Wie viel Kelvin für welchen Zweck?

 Man unterscheidet grob drei Gruppen:

1. „Warmweißes“ Licht

Es liegt zwischen 2700 und 3330 K. Hier überwiegt der Gelbanteil im Spektrum – vergleichbar mit dem Licht während des Sonnenuntergangs. Es wird als gemütlich, entspannend und wohnlich empfunden. 

Entsprechend kommt es gern im Wohn- oder Schlafzimmer zum Einsatz. Es verstärkt die Wirkung von Holz, weshalb Restaurants und Hotels es besonders gerne einsetzen. Und auch Lebensmittel und Textilien wirken damit ansprechender. Es ist also ebenso für Verkaufsräume geeignet.

2. „Neutralweißes“ Licht

Das findet sich im Bereich von 3300 bis 5300 K. Es ist eher sachlich und wird als künstlich beschrieben. Dabei kann es aber trotzdem noch wohnlich sein. Positiv: Es fördert die Konzentration und die Aufmerksamkeit, Kontraste sind außerdem besser sichtbar. 

Es kommt überall dort zum Einsatz, wo „gutes Licht“ gebraucht wird: Küche, Bad, Flur, Keller. Außerdem in Büros, Arztpraxen, Fabriken und Lagerhallen.

3. „Tageslichtweißes“ Licht

Es liegt zwischen 5300 und 8000 K. Es ist dem Sonnenlicht zur Mittagszeit ähnlich und hat daher einen höheren Blauanteil als die anderen. In Räumen wirkt es eher technisch und kühl. Dafür ist es anregend und stärkt sowohl Aufmerksamkeit als auch Leistungsvermögen.

Diese Art des Lichts kommt überall dort zum Einsatz, wo es zumindest zeitweise nicht auf Gemütlichkeit ankommt, also Arbeitsräume, Werkstätten, Labors oder Krankenhäuser. Auch in Küche und Badezimmer kann es für manche Einsatzzwecke nützlich sein.

Farbtemperatur und Lichtspektrum

Die Angabe der Farbtemperatur ist dabei allerdings nicht ganz so eindeutig, wie man es sich wünschen würde. Das wirkt sich vor allem bei preisgünstigen LEDs aus: Diese mögen technisch gesehen die gleiche Lichtfarbe erzeugen wie ein teureres Modell. Da sie aber nur Teile des Farbspektrums abbilden, wird das Licht oftmals als unangenehm empfunden. Auch die Farben beleuchteter Gegenstände wirken dann unnatürlich.

Das Stichwort ist hier der Farbwiedergabeindex (English Colour Rendering Index, CRI). Er wird als Ra angeben. Klassische Glühlampen haben beispielsweise ein nahezu vollständiges Spektrum und haben dadurch einen Ra von beinahe 100, während Leuchtstofflampen einen Wert von 70 bis 90 aufweisen. Hochwertige LEDs erreichen nahezu den perfekten Wert und geben deshalb ein besonders natürliches Licht ab.

Schlusswort

Dank moderner LED-Technik können Sie die Lichtfarbe oftmals ganz individuell bestimmen. Das macht sich an vielen Orten nützlich, wie beispielsweise in der Küche: Während helles, kühles Licht beim Zubereiten hilfreich ist, wollen Sie es beim Essen dann doch eher gemütlich haben – und setzen auf gedimmtes, gelblicheres Licht.